Besuch Hangar 7

Weil im Frühjahr 2021 sämtliche Grenzen für Flüge ins Ausland geschlossen wurden, verschoben wir unsere geplanten Auslandsflüge. Wir nützten die Flüge um im Training zu bleiben und wieder Routine zu bekommen.

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Sigi Angerer

Als ich 1969 am Spitzerberg die Fluglehrerausbildung machte, war außer mir ein weiterer junger Fluglehreranwärter: Sigi Angerer. Nachdem er Fluglehrer war, sammelte er Flugerfahrung bei mehreren Stationen in Österreich und Deutschland. Dann wurde er in Innsbruck sesshaft, machte Versorgungsflüge für Hütten, Rundflüge und Bedarfsflüge. Nach IFR Schein und Jet-Rating wurde er bei der Firma Swarowski Chefpilot und baute die Air-Ambulanz Innsbruck und die Fluglinie Tyrolean Air auf. In dieser Zeit flog er viele berühmte Persönlichkeiten, den Daila Lama, Bundespräsidenten, hochrangige Politiker, Wirtschaftsmagnaten, Weltklasse Schauspieler und Spitzensportler. Nachdem er sich in den USA eine Corsair kaufte und damit bei Flugtagen Flugvorführungen machte, lernte er den Red Bull Gründer Dietrich Mateschitz kennen. Er war dann sein Fluglehrer und baute in Salzburg den Hangar 7 und 8 für nostalgische Flugzeuge auf. Sigi besorgte unter teilweise abenteuerlichen Umständen die Flugzeuge, die es im Hangar 7 und 8 zu sehen gibt. Seine Erzählungen, wie er das 4-motorige Passagierflugzeug DC6 vom früheren jugoslawischen Staatspräsidenten Marschall Tito besorgte, aber auch die P-38 Lightning in den USA und weitere Exponate, sind für Fluginteressierte spannender als ein Kriminalroman. Viele Jahre war Sigi Red Bull Chefpilot und flog seinen Chef Mateschitz mit der 3-strahligen Falcon durch die ganze Welt. Seine aktive Zeit als Chefpilot und Hangar 7 Chef ist altersbedingt Vergangenheit, aber Flüge mit seiner gelben Piper Super Cub genießt er nach wie vor.

 

Es war also höchste Zeit, ihn wieder einmal zu besuchen.

Flug zum Hangar 7

Mit der DA40 flogen wir unter der Kontrollzone Linz direkt nach Salzburg. Quer über Traunsee, Attersee, Mondsee ging es direkt nach Eugendorf. Dort mussten wir eine Warterunde drehen, dann erhielten wir die Landefreigabe. Sigi hatte organisiert, dass wir direkt zum Hangar 7 rollen durften, wo wir unser Flugzeug neben der Saab 105 des Österreichischen Bundesheeres abstellten. Inzwischen war Sigi mit seinem blauen Ferrari eingetroffen.

Beim Bummel durch den Hangar 7 besichtigten wir alle ausgestellten Flugzeuge.  Jene mit denen ich in der Vergangenheit mit Sigi mitfliegen durfte, z.B. den Alpha Jet, der Mitchell B-25 oder der Cessna Caravan, riefen Erinnerungen an diese Flüge wach. Auch das Filmequipment mit dem jeden Montag die Servus TV Übertragung von „Sport und Talk aus dem Hangar 7“ erfolgt, sind zu sehen. Im Hangar 8 besichtigten wir alle weiteren Flugzeuge, die dort überholt werden. Ewald durfte in der 2400 PS Corsair schnuppern, wie es im Cockpit aussieht. Die Gespräche mit Sigi Angerer waren wieder sehr interessant. Es gibt immer wieder viele Neuigkeiten zu berichten, aber auch Erinnerungen an frühere Jahre aufzufrischen.

Als wir alles gesehen und besprochen hatten, erfolgte der Ausflug über Glasenbach, Salzburg,   Obertrummer Seenplatte zum Flugplatz Suben. Nach einem Zwischenstopp ging es dann weiter über das obere Donautal, Linz, Wallsee und wieder zurück zum Heimatflugplatz Seitenstetten.

 

Text: Wolfgang G.

Foto: Ewald G.